20090713

2 Schritte zurück

einer zur Seite, und dann wieder einen nach vorn. Oder: nicht jeder Mensch liebt Klassiker.
Vorweg mal eins, auch ich mag den Trend, das sich wieder vermehrt um Klassiker gekümmert wird, und finde es spannend, mit alten Zutaten und Rezepten zu spielen.
Aber abseits davon gibt es auch andere spannende Themen. Als wir mit Drambuie in London einen Zwischenstopp machten, und ins Trailer Happiness geführt wurden, war ich erstmals seit langem ziemlich von den Socken. Böse Zungen können jetzt sagen, das es daran liegt, das es ein HalliGalli-Drecksau Schuppen ist, wie der in dem ich auch arbeite. Aber ich fand das Tiki Thema spannend, und gleich nach der Rückkehr fing ich an mich mit dem Thema tiefer auseinanderzusetzen, und mir Lektüre zu beschaffen. Schnell war die Idee geboren, eine Spezialkarte mit Tiki Drinks zu machen.
Und schnell waren die ersten Kommentare da: "Tiki, das ist doch nix. Alberne Saftpanscherei." Das Tiki aber mehr ist als Zombie und MaiTai, und das selbst diese Kandidaten in annähernd ursprünglicher Rezeptur fantastisch schmecken, wurde gar nicht erst probiert. Seit nun einer Woche läuft unsere Tiki Karte, und Drinks wie "Suffering Bastard" und "Tora Tora" werden nicht nur wegen der witzigen Namen bestellt. Natürlich kann man nicht mehr alles so machen wie vor 50 Jahren, und wir servieren die Drinks auch in normaler Glasware, und ohne Schirmchen oder ähnlichem, aber es ist ja auch ein Testlauf.
Falernum und Pimento Dram wurden selbst angesetzt, und schmecken meiner Meinung nach ziemlich gut. Auch wenn es mit ein wenig Arbeit verbunden ist. Das Ergebnis lässt sich sehen / schmecken, und kann preislich mit den handelsüblichen Produkten sehr gut mithalten. Hier die Referenz zu Darcy O'Neill, der die Grundlage der Rezepte leiferte. Hab mir dann aber nicht nehmen lassen, sie etwas abzuwandeln bzw. zu erweitern.

Zählen Tiki Drinks nun zu den Klassikern, oder ist es zu Fancy? Zu sehr 80er Revival? Laufe ich damit gegen den Trend, und untergrab ich all die seriösen und ernsthaften Kollegen, die sich um eine hochklassige Trinkkultur bemühen? Ganz ehrlich... Ist mir ziemlich wurscht.
Wenn ich ehrlich bin, betrachte ich den momentanen Trend eh mit gemischten Gefühlen. Immer öfter denk ich mir, das einige Kollegen vergessen, das sie eine Dienstleistung betreiben, und nicht Lehrer sind. Einem Gast etwas zu empfehlen oder einem Gast zu sagen, das er eigentlich keine Ahnung hat, sind definitiv zwei Paar Schuhe. Auch ich freu mich nicht über jeden Mojito-Bon der reinflattert, und kann Caipirinhas auch nicht mehr sehen. Aber wenn es jemand trinken will. Bitteschön.
Und jetzt zum Thema "zwei Schritte zurück". Ich würde lügen wenn ich sagen würde, ich hab noch nie über andere Lokale gelächelt, oder einen unbedachten Spruch fallen gelassen. Deswegen jetzt die beiden Schritte nach hinten. Erst hinterfragen und anschauen, bevor ich mir eine Meinung bilde. Betrachten, was für ein Konzept dahinter steht, ob eine andere Zielgruppe bedient wird, und ob es nicht auch an anderen Konzepten etwas gutes, eigenes gibt. Das wäre dann der Schritt zur Seite. Und den Schritt wieder vorwärts mach ich dann, indem ich weiterhin nicht jedem Trend folgen muss. Weiterhin das mache, was mich momentan am meisten interessiert, und wenn es Tiki und Fancy ist, dann soll es das sein.

20090609

NOT SERIOUS

Ich mag die frühen Abendstunden, wenn die ersten Gäste in die Bar kommen, und man noch persönlich etwas aufzwingen, ähm anbieten kann. So auch vor kurzem, als eine freundliche, witzige Dame sich einen Whiskey Sour gewünscht hat. Meiner persönlichen Vorliebe folgend empfahl und mixte ich einen Maker's Mark Sour, und sie war gleich so angetan, das sie mich fragte, ob ich den denn selbst erfunden habe. "Nein, sie trinken einen handelsüblichen Sour, ich habe lediglich unseren Pouring-Whiskey gegen einen anderen getauscht!" Darauf strahlte sie mich an, und sagte: "Na, da muss man aber auch erstmal drauf kommen!"
Da hat sie natürlich Recht, und so machte ich mich gleich nach Feierabend an die Arbeit, und schrieb ein Cocktailbuch mit all meinen Eigenkreationen. Darunter viele Fizzes (Tanqueray, Beefeater, Cadenheads Fizz), einige Margaritas (El Jimador, Corralejo oder Gran Centenario) und meinen besonderen Stolz diverse Coladas (Myers', Appleton 12, Zacapa 23). Sollte ein Verleger an einer Veröffentlichung interessiert sein, würd ich bei der Covergestaltung gern mitreden. Wen Barkeeper mich jetzt auf Ihrer Karte erwähnen freue ich mich sehr.
Bis dahin geh ich jetzt noch ne Runde arbeiten.
Prost!

20090606

ich hab den längsten ! oder warum ich der schechteste bartender münchens bin. . .

vor geraumer zeit hatte ich eine unterhaltung mit einigen kollegen, was den besuch in einer bar denn so angenehm macht, dass man gern wiederkommt und was dabei die wichtigste rolle spielt, oder was einen guten bartender ausmacht. nach einigen stunden und mehreren drinks, kann ich leider nicht mehr so genau sagen was denn die eigentliche frage des abends was, aber es ging wohl im großen und ganzen darum. die meinungen darüber gingen, so wie der geschmack bei drinks weit auseinander. für den einen ist es eine wiederholung wert wenn er einen ( für ihn ) perfekten drink bekommt. dabei ist es aber weniger wichtig wie, oder was der bartender macht. für den anderen ist der drink nicht so wichtig, dafür aber legt er großen wert darauf vom bartender unterhalten zu werden. in welcher art auch immer. dem dritten wird man gerecht, wenn man fachmännisch alles richtig macht, also den drink fachgerecht herstellt. ( wenn ihr nur wüsstet wie sehr ich diese aussage für blödsinnig halte ) der vierte im bunde setzt voraus der der bartender fachlich korrekt arbeitet, ( da is es wieder :-) ) einen perfekten drink zaubert und dabei fachsimpelt über die entstehung des drinks.
meiner meinung nach ist es einfach wichtig ein guter gastgeber zu sein und zu versuchen sich auf die gäste einzustellen. denn der besuch einer bar und die damit zusammenhängende empfindungen und der eindruck den man gewinnt sind genau so subjektiv wie der geschmack.
und meiner einer, frägt sich nach so vielen aussagen; bin ich ein guter bartender ? ein guter gastgeber ? ich wüsste nicht ob ich diese frage beantworten kann. beurteilen werden mich die gäste, tag für tag. und wenn sie wiederkommen, ist es für mich ein großes kompliment und ein zeichen doch nicht alles falsch gemacht zu haben. doch es gibt auch die andere seite: vor geraumer zeit betraten zwei damen ( damals noch anna hotel ) die bar. zu diesem zeitpunkt war ich im backoffice und genoss personalessen. die damen nahmen an einem fleckchen an der bar platz. es öffnet sich die tür, ich komm rein und sehe die beiden damen und bemerke just, wo die sind, sitzt schon einer. ( der war wohl grad eine rauchen, oder in der keramikabteilung oder sowas ) nun denn. ich natürlich gleich hin und erstmal begrüßen. doch als ich nicht einmal die begrüßung zu ende gesprochen hatte, kam auch schon der mann dazu, dem dieser sitzplatz gehört, und weist die damen darauf hin, dass der platz bereits besetzt ist. ich bestätige dies und blicke in vier entsetzte augen. " dass hätten sie uns doch gleich sagen können das hier besetzt ist, dass ist doch wohl ihre aufgabe, also wirklich..." die dame saß zu diesem zeitpunkt nicht einmal, geschweige denn dass sie ihre jake bereits ausgezogen hatte. dass alles passierte in ca 30 sekunden ! für den rest des abends und wohl für den rest meines lebens, war ich für diese frau der mieseste gastgeber der welt. sie bestätigte dies nochmal als sie sagte: "...von ihnen möchte ich nicht mehr bedient werden, sie sind wirklich der schlechteste barkeeper münchens..." ich hab mir darauf hin ein t-shirt bestellt mit der aufschrift - schlechtester bartender münchens -
egal was ich versuchte, egal wie freundlich ich war, für sie war ich an diesem abend kein guter bartender. und mal ehrlich, wer kennt das nicht. man geht irgendwohin, wo es angeblich toll sein soll, und dann, alles scheiße. service schlecht, drinks schlecht, essen schlecht. geht ein zweites mal hin. ein drittes, ein viertes. wenn es dann immer noch schlecht ist, vergesst es. aber lasst euch bitte nicht von EINEM besuch abschrecken. jeder hat mal nen beschissenen tag, und auf blöd, wart IHR an diesem tag da. ich spreche aus erfahrung. mir ist es so ergangen mit einer berühmten bar in münchen. meiner meinung nach kann man ein lokal nicht nach einem besuch beurteilen. und erst recht nicht einen bartender.
ich versuche tag für tag ein guter bartender zu sein, und ein guter gastgeber zugleich.
es grüßt, der schlechteste bartender münchens.

20090531

Aamen gold


Es ist jetzt schon einige Zeit her, aber ich will das Thema nicht unter den berühmten Tisch fallen lassen. Vor wenigen Wochen bekam ich mit der Post ein Päckchen. Eigentlich immer ne schöne Geschichte, grad dann, wenn man eigentlich keins erwartet. Inhalt des Päckchens war eine Flasche Likör aus GSA, und ein "Anschreiben". In zwei Sätzen wurde ich mit dem Likör bekannt gemacht. "Na, Überraschung gelungen? Viel Spaß beim testen, wir freuen uns auf dein Feedback!"
Überraschung? Ja! Gelungen? Nein, nicht wirklich. Man könnte das versenden solcher Päckchen auch als Spam verstehen. Ich mach es jedenfalls, wenn es so daherkommt. Wär es so schwierig gewesen ein Anschreiben zu verfassen, welches einem das Produkt vorstellt? Ich denke nicht. Sei es drum. Ich machte mir also die Mühe, und schrieb den Hersteller an. Wieso bekomme ich dieses Päckchen, wa soll das für ein Likör sein, wo kommt er her, woraus wird er hergestellt, wen wollt ihr damit erreichen. (Zitate der Spefra GmbH, dem Hersteller, werden fett dargestellt)
wir sind durch Mundpropaganda aus der Barszene auf Sie aufmerksam gemacht worden. Nett gebauchpinselt, aber ich bin mir dann doch bewusst, das vor meinem Namen in Münchens Barszene noch ein paar andere genannt werden. Sie sind einer der wenigen die ausgesucht wurden, unser neues Produkt auf Herz und Nieren zu testen.
Seid doch so ehrlich, und sagt, das ihr deutschsprachige Blogs gesucht habt, und dem Verfasser das Produkt geschickt habt. Unter anderem den Cocktailwelten. Ehrlichkeit voran.
Meine Fragen zum Produkt an sich wurden ansatzweise beantwortet: - Die exakte Mischung der Zitrusfruechte moechten wir nicht verraten, jedoch stammen diese alle aus Suedeuropa. Das genaue Rezept wollt ich auch nicht wissen, aber welche Früchte überhaupt hineingelangen doch irgendwie. - AAMEN®gold verzichtet komplett auf kuenstliche Farb- sowie Aromastoffe. Steht ja auf der Flasche. Davon wär ich also ausgegangen. - wir bieten eine sehr interessante Preisstaffelung fuer Haendler an, die UVP liegt bei 16,80 EUR /Flasche Ob das ein wirklich interessanter Preis für die 0,5l Flasche ist sei mal dahingestellt. AAMEN®gold ist primaer in der Szenegastronomie zuhause - Interessenten koennen jedoch auch AAMEN®gold
online kaeuflich erwerben
. Soso... na dann schauen wir doch mal wie Gastrotauglich das Produkt ist.
Ich hatte das gleiche Problem mit dem Verschluss, das der Sicherheitsring nicht abbrach. Brauchte also eine Zange zum öffnen. Aber ich denke eine Zange ist in jeder Bar zu finden.
Die Flasche an sich ist unpraktisch im Handling, der Deckel schliesst nach erstem öffnen nicht mehr, und ausgiessen ohne kleckern ein Ding der Unmöglichkeit. Geschmacklich kann man bestimmt drüber streiten, aber mir war es zu süß und klebrig. aufgelöste gelbe Nimm2. Nicht meins. Zur Mixability muss ich gestehen: Ich habe nix gefunden. Entweder ging der Geschmack sofort unter, oder es kam einfach nur eine dominante Süße durch. Aber keine speziellen Aamen-Aromen. In meinen Augen ist das Produkt also auf ganzer Linie durchgefallen. Aber das mag am Ende des Tages jeder für sich entscheiden.
Aber was mich am meisten stört ist der Kommunikationsweg. Wenn jemand wirklich meine Meinung wissen will, find ich es gut, den Weg der direkten Kommunikation zu gehen. Zumal die Firma in München sitzt, und es von daher ein leichtes gewesen wäre.
Gestern erreichte mich dann die email von mixology-helmut. Der Hersteller hat im Mixology-Forum über seine "Erfahrungen" mit Aamen-gold berichtet. Geschickterweise auch noch unter dem Benutzernamen seiner Firma. Sehr clever. Das Helmut den Eintrag wieder gelöscht hat kann ich nachvollziehen. Ich zitiere: Hi zusammen,

habe vor kurzem von diesem neuen Likör AAmen gehört. In Augsburg konnte ich es dann mal probieren. Die Optik ist super, die Farbe (angeblich ohne Farbstoffe) schön knallig gelb. Geschmacklich erinnert es mich sehr an Nimm 2 Bonbons. Hatte eine Sprizz Version mit Soda und Weißwein - muss sagen, schmeckt wirklich erfrischend und ist eine echte Aperol Alternative. Klar, die harten Aperol Fans koennen wahrscheinlich mit AAmen nicht soviel anfangen, jedoch ist es hier in München eine echte Alternative zum Aperol Boom der letzten 2 Jahre. Ich werde mir bestimmt des öfteren einen AAmen Sprizz gönnen ;-) ....bin mal gespannt welche Bar in München zuerst AAmen anbietet. Aas meint Ihr zu AAmen? Habt Ihr schon davon gehört und/oder getestet?

Ich werde keine Urheberrechte auf meinen Nimm2 Spruch (den ich der Spefra GmbH in einer ausführlichen email schon mitgeteilt habe) erheben. War schliesslich der Eindruck von allen, denen ich einen Probeschluck aufgezwungen habe. Also, ob das Produkt etwas ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber was den "any publicity is good publicity" Kommunikationsweg angeht, sollte der Hersteller vielleicht noch an sich arbeiten.
Ich werde einfach den Verdacht nicht los, das man mit einem billigen Produkt in einer stylischen Flasche ne "schnelle Mark" machen möchte. Von meiner Seite aus soll es deshalb die letzte Publicity sein. Hab eh schon zu viel Zeit dafür aufgebracht.

P.S. Wie mir der Hersteller mitteilte, wird meine Kritik beim nächsten Produkt, Aamen black, berücksichtigt werden. Ich bin nicht gespannt.
P.P.S.
Wer sich mal den Firmenblog anschaut, bekommt den Eindruck, das man selbst nicht so überzeugt ist. Außer Werbung findet man dort nix. Keinen Eintrag über das Produkt an sich. Scheinen also zu wissen, was sie da vertreiben.

20090527

Drambuie Pursuit "die zweite"


So, nachdem sich die Knochen erholt haben, trudeln die ersten Bilder ein, und erinnern einen wieder daran, wieso die Kalkdinger so schmerzten.
Die schönsten Eindrücke dürften auf: www.club1745.com zu finden sein.
Viel Spaß damit...

20090515

Drambuie Pursuit

Zum vierten Mal lud Drambuie (in Form von Team Spirits und Connaisseur Events in Deutschland) zum Drambuie Pursuit nach Schottland, genauer gesagt in die unglaublichen Highlands zwischen Inverness und der Isle of Skye ein um die legendäre Flucht von Bonny Prince Charles vor einigen hundert Jahren nachzuspielen. Der Legende nach flüchtete dieser vom Colloden Battle Ground nach der verlorenen Schlacht durch die Highlands und versteckte sich auf der Isle of Skye. Zum Dank für die Zuflucht schnenkte er seinem Gönner das Rezept für Drambuie nach dem der Likör noch heute hergestellt wird.
Nachdem sich im Januar das deutsche Bartender Team gefunden hatte, ging es vergangenen Freitag erst einmal nach London, wo sich alle Teams trafen, abends gemeinsam gegessen haben, und sich ein Teil danach noch ein paar Bars in London anschaute. Rene Förster musste leider kurzfristig absagen, und für ihn rückte Stephan Hinz nach, der uns einige hervorragende Bars in London zeigen konnte.
Am Samstag wurden wir dann in aller Frühe nach Inverness geflogen, wo wir uns nach kurzer Busfahrt mit den restlichen Teams aus Kanada und den Staaten am Colloden Battle Ground trafen. Eine kurze Führung über das Schlachtfeld, und durch das Museum, begleitet von vielen Dudelsäcken und neugierigen Blicken, wer denn wohl die gut 50 Menschen sind, die da alle in den gleichen Klamotten rumstolzierten, dann noch was gegessen, und es ging wieder in den Bus. Loch Ness, die ein oder andere Ruine im Eiltempo, und abends waren wir am Eilaen Donan Castle. Dort gabs nochmal was für den Magen (wieder kein Haggis wie Basti und ich leicht enttäuscht feststellten), und dann kamen die ersten Sicherheitseinweisungen für den nächsten Tag. Schnell noch mit Pfeil und Bogen die Startplatzierungen für den Sonntag rausgefunden, und ab ins Camp. Camp trifft es sehr schön. Ein schöner Platz direkt am Wasser. Einige Militärzelte mit Feldbett und Schlafsack, ein Barbeque, und ein Lagerfeuer mit Bier und Wasser für alle Teilnehmer. Die einen fanden es super. Zwei Kandidatinnen zogen es allerdings vor auf der Ladefläche des Materialtrucks zu nächtigen. Ob dies am matschigen Untergrund oder an ihren potentiellen Zeltmitbewohnern lag, sei mal dahingestellt.
Sonntag morgen 6:00 wecken. Fiese Uhrzeit. Schnell die benötigte Kleidung für den Tag sortiert, Sachen in den Teamwagen gepackt, und los gings auf die Isle of Skye zum Zap Cat Rennen. Leichtgewichtige Rennbote mit 50 PS Motoren, die quasi keinerlei Wasserverdränung haben, und deswegen gute 50Meilen pro Stunde erreichen. Ganz zu schweigen von den 3G die in Kurven erreicht werden können. Also gut festhalten, und geniessen. Sollte man Geschwindigkeit mögen genau das richtige.
Nachdem alle Ihre Runde gedreht hatten, ging es zu Fuss zur Ruine um die Drambuie Kiste abzuholen, die man dann bis ins Ziel tragen musste. Ich war derjenige von uns der laufen durfte. Eher mäßig erfolgreich, aber die Platzierung bis dahin verteidigt.
Wir wurden dann wieder zum Eilaen Donan Castle, wo wir Basti aus dem Teamwagen schmissen, und er Uphill Mountain Bike exerzieren durfte. Wir sind die gleiche Strecke mit dem Auto gefahren, und ich hätte für keinen Preis tauschen wollen. (Hab ich schon erwähnt, das ich in den nächsten Jahren keinerlei Bergaufstrecken mehr hochgetrieben werden möchte?) Im Stile einer echten Bergziege bewältigte er die 205 Höhenmeter auf 3,26 kilometer verteilt in wahnsinnigen 15 Minuten, und schickte die restlichen 3 dann zu Fuss weiter bergauf, wo wir auch nochmal 200m Höhenunterschied hinter und liessen. allerdings auf 1,6km. Also zum teil auf allen Vieren. Oben angekommen mussten wir über einen hyperventilierenden Kanadier klettern, und dann eine 15m Steilwand hoch, um uns auf der anderen Seite wieder abzuseilen, und den Berg wieder runterzulaufen. Wir hatten zwar den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein, aber die Tage zuvor hat es durchgehend geschüttet so dass "moorastiges Geläuf" ein sehr verniedlichender Begriff wird. Bleibt festzuhalten, das der Sommer in Schottland dieses Jahr an einem Sonntag war.
Zwischen den Events war immer eine kleine Pause im Teamwagen, in der man komplett runtergefahren ist, und ich die meiste Zeit gepennt habe. (Nur einer im Team wohl noch mehr).
Dann ging es zum Rafting. Kurze Einführung und schon waren wir auf dem Fluß. Alle mal unterm Boot durchtauchen (Schottisches Wasser ist schon frisch) und gegen den Strom paddeln, und dann war man eigentlich fertig, und konnte zum Downhill übergehen. Anfangs ne nette Strecke bergauf (nie wieder) und dann querfeldein wieder runter den Berg. Oft auch mehr Augen zu und durch, und ich war Gott sei Dank nicht der einzige der den Salto über den Lenker geprobt hat. Aber Stefan werden alle Schmerzen nachträglich versüßt. Und meine Blessuren schwinden auch langsam. Die nächste Station war dann Race Buggy fahren. Etwas abgekürzt, weil der Zeitplan langsam eng wurde, sind nur zwei Fahrer angetreten, und es war beinahe erholend im gesamten Tagesablauf. Die Pause zum letzten Stop wurde dann etwas lang, und ein deftiges Barbeque zwischendrin ist irgendwie auch keine perfekte Sportlernahrung. Außerdem gabs wieder kein Haggis. Dafür aber die erste Erkenntnis, das anscheinend in jedem Körperteil Muskeln stecken, die sich auf ihre eigene Art für Bewegung bedanken. Kurz vor Inverness wurden wir dann wieder ausgesetzt, um den Rest der Strecke mit Kanu und zu Fuss hinter uns zu bringen. Die eine Hälfte ging erstmal baden, die andere saß auch nicht perfekt im Kahn, aber kam vergleichsweise trocken wieder an Land. Schnell die Holzkiste geschnappt, und die letzten Meter ins Ziel gelaufen, wo wir dann vollkommen geplättet (ich) oder frierend (die Kenterer) ankamen, und mit unserer Platzierung gut leben konnten. Zumal das andere deutsche Team (vom Playboy) das ganze Ding gewonnen hat. Glückwunsch nochmal an dieser Stelle.
Siegerfoto, gratulieren, ein wenig quatschen, (eine rauchen), und dann ab ins Teamhotel, um sich für das Dinner fertig zu machen. Ein unglaubliches Landhotel erwartete uns, um den Drambuie Pursuit gebührend zu feiern. Leckere Cocktails (Drambuie + Ginger Beer kann ich da empfehlen), ein leckeres Buffet mit viel schottischem Lachs und ein Auftritt der "Red Hot Chili Pipers" rundeten den Abend ab, und entschädigte ein wenig für die Strapazen. Ich war dann aber kurz nach Mitternach auch ziemlich froh ins Bett zu dürfen.
Ach ja, Sean "Stiffler" William Scott gab noch eine kleine Ansprache, nachdem er sich tagsüber ein wenig geschont hatte. Ich glaub der ist n ganz cooler Typ, aber irgendwie ist dieses Celebrity-Ding nicht meins, also kein großes befassen damit.
Ein riesengroßes Dankeschön an Connaisseur und Drambuie (speziell Andrea und Christopher) für die Einladung nach Schottland. Es war ein wahnsinns Wochenende, und ich freu mich schon auf unser Nachtreffen in Frankfurt. Spätestens dann wird es hier auch noch ein paar Bilder zu letztem Sonntag geben.

20090509

-benimmregeln für anfänger-

meine damen und herren, da hat mir einer aus der seele gesprochen, oder soll ich lieber sagen geschrieben.
bei uns im backoffice gefunden, als printmedium, und hier nun digital zum veranschaulichen. ein meisterwerk !
viel spaß beim lesen :-)
bitte klick mich an.

20090505

Rum Tasting bei barfish.de



Letzten Donnerstag war es soweit. Die Herren Von barfish.de luden in Ihre Hallen zu einer Rumverkostung ein. Es wurden 9 verschiedene Rumsorten und ein "Special-Guest" verkostet. Vornehmlich richtete sich die Veranstaltung an Endverbraucher, und so versammelten sich knapp 30 "Rumtrinker" um von Emanuele Ingusci durch den die Verkostung geführt zu werden.
Verkostet wurden unter anderem ein Black Cat, Riviere du Mat und Rum Nation Demerara. Insgesamt wurden alle Geschmacksrichtungen bedient, und Emanuele wusste mit Informationen zu jedem Produkt zu überzeugen. Einen geographischen Faux-Pas wollen wir mal darauf zurückführen, das das Zeug wirklich überall hergestellt wird. Da kann man schonmal was verwechseln.
Das Probieren von Zuckerrohrmelasse dürfte für die meisten etwas ganz neues gewesen sein (kennt jemand diesen Zuckerrübensirup aus der gelben Dose? schmeckt so ähnlich!), und auch der "Special Guest", ein 20jähriger Ron Centenario aus Costa Rica wusste vollends zu überzeugen. Mein persönlicher Favorit, seit Diageo sich um die Geschichte von Zacapa kümmert.
Es war die erste Veranstaltung dieser Art, die von barfish durchgeführt wurde, und dürfte vor allem für den Endverbraucher sehr informativ gewesen sein. Ein durchweg perfekt organisierter Abend, und ich habe große Hoffnung das Veranstaltungen dieser Art demnächst öfter stattfinden. Einziger Wermutstropfen aus meiner Sicht war das kalte Buffet. Es gab nämlich keins. Das knurren aus meinem Magen wurde aber übertönt von vielen "AHS" und "OHS" die einer der Organisatoren durch seinen speziellen "Tiki-Haircut" passend zum Abend hervorrief.
Tobi, du hast die Haare schön, und ich hoffe, dass noch viele weitere Tastings stattfinden, und dass du jedesmal einen solch guten Moderator findest.
Danke an das barfish Team und Emanuele für die tolle Veranstaltung.

20090428

für löwen wie du und ich

so hieß es in der werbung für heinrich dry gin um 1963. zu glück bin ich löwe, und somit prädestiniert diesen gin mein eigen zu nennen. leider weiß ich nicht viel über dieses erzeugnis aus der likörfabrik berlin, denn es sind fast keine informationen im umlauf. darum, wenn jemand ne info hat, her damit. was ich allerdings weiß ist dass er früher wohl in kombination mit orangensaft empfohlen wurde, und zudem gab es lustige gläser, die man nach "durstgrag" befüllen konnte, wobei wenig mit "für anfänger" und ein volles glas mit " für wilde" bezeichnet wurde. meiner meinung nach sehr gute werbung für die damalige zeit.
bei so vielen löwen, wär er mit sicherheit hier gut aufgehoben.


Nachtrag: ICH WILL SO EIN GLAS !!!

20090427

trollinger2punkt0

auch ich habe den tollen drilling bekommen und muss gestehen, er stand einige tage nur so rum. ohne irgendwelche beachtung. ganz unscheinbar und klein. doch eines tages trat er die reise mit mir an, in richtung arbeit, um die vermählung mit anderen flüssigkeiten zu vollziehen und um sich zu beweisen. um zu beweisen dass man doch was draus machen kann, und um sich selbst zu beweisen.
inspiriert von den nachbarn machte ich mich ans werk, und siehe da, first try und voll ins blaue.
meine damen und herren, der
trollinger fresh up

  • 8 cl trollinger (habe dafür mal den fauna genommen)
  • 2 cl tripple sec
  • 2cl läuterzucker
  • 2cl limettensaft frisch
  • 1 cl chambord
  1. ein minzstangerl im trinkgefäß leicht andrücken
  2. wein, tripple sec, zucker, limettensaft und chambord im rührglas kurz kühlrühren
  3. crushed ice ins trinkgefäß füllen und kühgerührten cocktail drauf
  4. mir einigen beeren der saison und etwas minze garnieren
  5. und genießen

20090414

paprikano

mit paprika kann man viele lustige sachen machen, so wie aufstriche, soucen, oder eben nen lecker drink. während andere die zeit damit verbrachten sich darüber gedanken zu machen wie man denn am besten die eier unters volk bringt zu ostern, habe ich mich damit beschäftigt wie ich denn die lecker paprika ins glas bekomm. in flüssiger natur, versteht sich. alles andere wär ja keine herausforderung. was soll ich sagen, herausgekommen ist folgendes: ein noch namenloses, aber sehr schön erfrischendes gertänk mit roter paprika auf gin basis. nennen wir ihn mal paprikano. hat jetzt weniger was mit den festtagen zu tun, dafür passt er aber gut zu den temperaturen die wir die tage gerade erleben dürfen, hier, südlich des weißwurstequators.


  • 1/4 paprika ( rot )
  • 1/2 limette ( saft )
  • gut andrücken
  • 4 cl g-vine floraison
  • 2 cl zuckersirupp ( 1:1 )
  • 1 dash tabasco
das ganze im shaker gut durchrütteln, im tumbler auf viel eis, mit orangenzeste abspritzen und genießen...

20090413

Osterlikör

Nachdem die Cocktailwelten gestern schon darüber berichteten, bekam ich gestern in der Arbeit auch Lust auf Omas Zaubertrank.
Mangels Vanillezucker musste ich allerdings ein wenig improvisieren, und Kreativität walten lassen. Also schnell 3 Eigelb in nen Topf, 200g Puderzucker dazu, und dann unter den Hamilton gesteckt. gab ne schöne Puderzuckerwolke! Also doch von Hand mixen. Ein Schuss Sahne dazu, und dann überlegen, wie man Vanille und Spaß im Glas dazu bekommt. Korn hatte ich auch keinen. (Herr Schulz, denken sie mal drüber nach) Also einen schönen Schuss dunklen Rum, einen noch schöneren Schuss Absolut Vanilla, und noch ne Runde aromafreien Wodka drauf. Gut schütteln und ein wenig kalt stellen. Und dann seine Gäste zum Osterfest mit einem Gläschen überraschen. Witzigerweise kamen nur "oh, lecker", und nie "igitt Eierlikör". Anscheinend hat jeder also nur gute Erinnerungen an den ersten Versuch von Omas Bestem.
Heut gibt es noch ne Runde... Dann ist erstmal Schluss, bis nächstes Jahr.

20090409

Münchner Barzirkel

Man mag es kaum wahrhaben, aber für den gestrigen Mittwoch gibt es aus München nur positives zu berichten. Nur nebenbei soll erwähnt bleiben, das die Freude über den Untergang des Rekordmeisters noch anhält. Nicht unerwähnt aber soll bleiben, das auch etwas großartiges geschaffen wurde.
Und das ist passiert.
Kaum sah man die Sonne (also ich sie... sie sah mich wohl schon länger), kamen zwei handvoll unerschrockene Bartender aus den verschiedensten Münchner Bars zusammen, um den Münchner Barzirkel zu gründen. Im Vordergrund stehen der gegenseitige Austausch, gemeinsame Aktionen, und der Wille, sich stetig zu verbessern und weiterzubilden. Schnell stellte sich heraus, das sich eine Truppe gefunden hatte, deren Interessen sich wunderbar ergänzen, und in der jeder Einzelne etwas zum gelingen des ganzen beitragen kann.
Es wurden Ideen ausgestaucht, und ein regelmäßiges zusammen kommen vereinbart. "Hauptquartier" des ganzen soll Emanueles Barroom sein, wofür an dieser Stelle ein riesen Dankeschön ausgesprochen werden soll.
Wir werden sehen, was sich entwickelt, und an dieser (und evtl. anderer) Stelle auf dem laufenden halten.
Bis dahin, Frohe Ostern, dicke Eier, und was man sonst noch so wünscht.

Macht euch ne schöne Flasche auf zum Osterfest.

20090408

Das erste Mixology - Masterbattle

... und es geht um Tee.
Na hoppala dacht ich heut bei der Lektüre des Mixology Blogs. Zum Thema Tee gleich 9 Kommentare? Schaun mer mal, was da geht. Und ich traute meinen Augen kaum, ich durfte Zeuge vom ersten mir bekannten "Mixology-Master-Battle" zwischen Redakteur und User werden.
Es wurden Handschuhe geworfen, mit Korken geschossen und mit heißem Wasser gekocht.
Werter Leser, es geht um Tee. Nicht um Wodka vs Gin, Whiskey vs Rum... Nein, um Tee.Klar kann man alles was flüssig ist, und Aromen trägt in Cocktails verarbeiten, aber allein der Gedanke, das ich einen Gast sagen höre "Aber wieso kann ich keinen Tee bekommen, wenn ihr den doch auch in Cocktails macht!", verbietet mir allein die Idee, Tee aufzusetzen, und damit zu arbeiten. Mein linkes Auge bekommt schon ein nervöses Zucken, wenn ich gegen Mitternacht nach Latte Macchiato (gern auch Matjschatu) gefragt werde.
Und, egal ob aus der Packung oder frisch gebrüht, ich finde meinen Tee am allerbesten mit einem Schuss Milch, zwei Löffeln Zucker, und den Tee durch heisses Wasser, das mit Druck durch gemahlene, geröstete Kaffeebohnen gepresst wurde ersetzt. Aber bitte nur vor Sonnenuntergang.
Danke

20090327

wenn der postmann zwei mal klingelt . . .


. . . bringt er meist was gutes. so auch heute geschehen in der casa del petri. eine flasche jägermeister gin fand den weg in mein wohnung. bis vor einigen tagen wusste ich nicht einmal dass es so was überhaupt gibt...
jägermeister schrieb mir dazu: . . . können wir Ihnen mitteilen, dass es sich bei dem Jägermeister-Gin um ein Produkt handelt, welches in der Zeit von 1950 bis 1969 von unserem Unternehmen produziert und vertrieben wurde. Insofern liegt Ihnen hier eine Flasche vor, die bereits mehr als 40 Jahre alt ist und somit zu den seltenen Exemplaren unseres Hauses zählt.

ich freue mich schon auf sein nächstes klingeln. . .

Wo der Marco auf die Etikette achtet

Gibt es durchaus Dinge, wo ich auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit achte (zum Beispiel rauchen, wenn man mich lässt), so kommt es auch hin und wieder vor, das es gewisse Verhaltensregeln gibt, die er für wichtig hält.
Es war ja schon ein paarmal Thema in anderen Blogs, und ich habe die Aufregung nie so ganz verstanden, aber manche Brand Ambassadors sollten drüber nachdenken, einen Knigge Kurs zu besuchen. Waren meine Erfahrungen bisher meist positiver Natur, wenn ein Abgesandter großer Spirituosenmarken seine Aufwartung machte, kam es diese Woche zu eher unschönem Vorfall:
Ein geschätzter Kollege betritt mit 2 Bekannten unsere bescheidene Bar. Beide Begleiter waren mir bis dahin vollkommen unbekannt. Kurzes Hallo sagen unter Kollegen, dann die Begrüßung des ersten Unbekannten.
- Guten Abend, welches Produkt XY verwendet ihr denn für eueren südamerikanischen Exportschlager?
- Selber Guten Abend, darfs auch was zu trinken sein, oder machen wir nur ein Interview?
- Ja, trinken auch. Aber was benutzt ihr denn?
- Produkt Z, darf ich evtl. einen servieren?
- Nein, ich nehm nen Mojito, egal welcher Rum, aber wieso nehmt ihr denn nicht Produkt Q?
- ....
Auf dem Niveau plätscherte das Gespräch noch ein wenig vor sich hin, und es wurdeauf der anderen Seite der Bar reichlich über Produkt Z gelästert, und im Gegenzug alle Vorteile von Produkt Q in den Himmel gelobt.
Ich zog mich aus der Unterhaltung zurück, und kümmerte mich ein wenig um meinen Nikotinpegel, und achtete bei weiterer Konversation peinlichst darauf, keinerlei Anspielungen auf bestimmte Markenspirituosen zu machen.
Umsomehr überraschte, und begeisterte mich gegen Ende dann der andere Unbekannte, als er mir eröffnete in vergleichbarer Position unterwegs zu sein, und ob er meine Kontaktdaten haben könne, um sich in den folgenden Tagen mal zu melden, und gegenseitige Interessen abzuklopfen.
So geht es dann also auch. Und mit der Hoffnung, das dieses Verhalten Schule macht, verabschiede ich mich ins Wochenende!

Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Gegebenheiten sind nicht zufällig.

Gnarf!

Wir wurden angeschwärzt. Und das zu Recht. Beinahe täglich ziehen wir durch die Stadt, und verschleppen unschuldige Passanten in unsere Bar, schliessen Sie dort ein, und qualmen Ihnen die Ohren zu. Nur verständlich also, das eines unserer Opfer sich jetzt bei der Stadtverwaltung beschwert hat. Seit ca. 2 Jahren hält ja das Nichtraucherschutzgesetz uns nun in Atem, und eine Nikotinguerilla wie wir, muss sich da hin und wieder Anfeindungen aussetzen. Manchmal sogar von lieben Personen, die vor kurzem das rauchen aufgegeben haben, und jetzt so tun, als wär es schon immer das schlimmste Verhalten der Welt gewesen.
Aber sei es drum, das kritisieren ist das eine, und sei jedem selbst überlassen. Aber einen Barbetreiber anzuschwärzen, weil dieser seinen Gästen erlaubt in seinen Räumlichkeiten zu rauchen, grenzt schon an einer klitzkleinen Persönlichkeitsstörung. Ab jetzt sind wir also wieder gezwungen, die Namen derer, die wir an die Bar Ketten, und sie zwingen Nikotin einzuatmen, aufzuschreiben. Ab jetzt also wieder eine Liste, das Karl Arsch, Rudi Völler und Sigmund Freud regelmäßig bei uns ein und ausgehen.
Aber ein Ende ist in Sicht. Der Gesetzgeber sagt, wir müssen das nur bis zum 1. August machen. Dann tritt das neue Gesetz in Kraft, und wir können wieder machen was wir wollen.
Mein Wort zum Freitag: Deutschland, deine Exekutive, und die hier lebenden Milimeterficker langweilen mich gehörig.

20090326

campari academy

eine schöne tüte mit gifts, leichte kopfschmerzen, trotzdem ein grinsen im gesicht und um einige erfahrungen reicher.
das, ist das was mir geblieben ist, von diesen zwei wundervollen tagen in der academy. aber mal von vorne.
was die academy ist, lässt sich hier sehr schön nachlesen. doch wie alles abgelaufen ist, folgt jetzt.
als erstes gab es mal lecker essen im campari haus beim italiener der sich da nennt; VIA VENETO.
als ich den laden mit meinem kollegen herrn behl betreten hatte, sah man schon bekannte gesichter am gedeckten tische sitzen. mein sehr geschätzter kollege emanuele aus dem barroom, mauro natürlich, der das ganze leitete, betty, die junge dame von campari die für die organisation verantwortlich war, tobi und doreen aus dem bayerischen hof, der ich bei dieser gelegenheit natürlich zu ihrem gewonnen ausflug nach NY gratulierte und marcel aus dem raven in hamburg / mixology, um nur einige zu nennen.
ich persönlich vermisste die bergrüßung duch einen der varantwortlichen, denn ich denke dass einige doch recht gern wissen wollten, neben wem sie da eigentlich sitzen. dies wurde aber nach dem essen und dem betreten der academy, die über dem restaurant liegt, sogleich nachgeholt.
mauro begrüßte uns nochmals in die runde und fing an mit einer führung der ausgestellten stücke und erzählte zeitgleich die geschichte der bar. von der ersten geschichtlichen erwähnung bis in die jetztzeit. mann muss glaub ich nicht erwähnen das er im besitz der weltgrößten barbuch sammlung ist, aber was er noch alles sammelt, erstaunte mich doch sehr. vom spielzeugauto mit spirituosenwerbung, über bloody mary brillen, bis hin zu dash bottles, shaker aus allen herren länder, barlöffel und shake maschienen war alles dabei . wow...
nach dem rundgang in der academy, mann könnte es auch museum nennen, gab es eine vorstellungsrunde unsererseits. kennt man ja noch aus der schule. danach wurden themen behandelt wie aperetiv, was einer ist und was nicht, herkunft, name und was man alles damit machen kann. es wurde logischer weise viel über campari produkte gesprochen, deren herkunft, herstellung und eigenart geredet. und zum schluss bereitete mauro noch einige drinks zu, um dann die bühne frei zu machen für jeden der den shaker schwingen wollte.
marcel ließ sich nicht lange bitten und bereitete promt einen martinez ( a weng anders ) und einen sehr guten manhattan zu. die stimmung war super und alle freuten sich nun auf den teil der bei dunkelheit stattfinden sollte. und das mit recht.
mit dem bus gings nun richtung anna hotel um sich kurz frisch zu machen und/oder einen schnellen drink an der bar zu nehmen. alle zusammengerottet gings weiter richtung schumann´s um dort weitere leckere flüssigkeiten zu uns zu nehmen. nach einem kurzen aufenthalt und diversen negronis, ging die fahrt weiter in das nektar, dass für mich die überraschung des abends war. drei gänge menü im liegen, stehen, sitzen, und das ganze ohne tisch, war super. das essen war wirklich klasse, und der service zuvorkommend, schnell und sehr freundlich. minunspunkte gab es meinerseitz nur für das nichtvorhandene rauchverbot. schade, denn bei so einem leckeren essen wär dies wünschenswert, denn rauchen im essbereich ist für mich so, als würde ich dem koch ins gesicht spucken. seis drum, ich fands im ganzen super.
nun, von der überraschung der abends, wurden wir direkt zur enttäuschung des abends kutschiert. das 8 seasons! nachdem wir gefühlte 1000 treppenstufen nach oben wanderten, kamen wir in einem völlig überfüllten laden an und mussten uns ertmal durchkämpfen zu unserem platz. nach dieser anstrengung hoffte ich natürlich auf einen passenden durstlöscher. aber denkste. kübel mit wodka, red bull und cranberrysaft. genau mein ding! super für die anderen, die sich wie kleine kinder freuten, doch der dimi mag weder wodka, noch red bull ( dies sind alles persönliche vorlieben und meinungen und spiegeln auf keinen fall die mehrheit wieder )
also entschloss ich mich kurzerhand wie normalsterbliche zur bar zu gehen und dort einen G&T zu bestellen. meine verwirrung war recht groß, denn von den, zu spitzen zeiten 6, leuten hinter der bar, schien nur einer zu arbeiten, doch auch dieser junge mann sah sich nicht gezwungen die menschen zu bedienen, sonder er verbrachte lieber die zeit damit, mit seinen, sich hinter dem tresen befindenden ?freunden? einen zu trinken. aber nach einiger wartezeit hatte ich nun was zu trinken in der hand und der abend war halb gerettet.
doch scheinbar fanden es andere aus der truppe auch nicht so berauschend, und so machte sich der rest nochmals auf den weg ins schuman´s um dort mit einem lächel begrüßt zu werden, was ich nicht unbedingt für selbstverständlich halte um zwei in der früh. jörg und sein kollege kümmerten sich vorbildlich um uns und es gab auch noch ne kleinigkeit zu beißen. dafür ein sehr sehr großes DANKESCHÖN. jungs, es hat leben gerettet. was kann man sich schöneres vorstellen als den abend in einer so wundervollen bar ausklingen zu lassen. ach ja, champagner zum schluss. das dachten wir uns dann auch und so fuhren wir ins hotel und genossen in ruhe noch ein fläschen champus.
ende tag 1 !
am zweiten tag wurde sich erst beim frühstück im anna getroffen um sich für den tag zu stärken, den pelz von der zunge zu vertreiben und den kater zu streicheln, um dann, in der academy mauro´s vortrag zu lauschen über grand marnier und die besonderheit dieser spirituose, und wie sie sich unterscheidet von anderen oragenlikören. im anschuss war jürgen deibel an der reihe um uns über wodka / vodka aufzuklären.
so uninteressant wie ich wodka finde, so überrascht war ich über diesen vortrag. jürgen deibel versteht es mit seiner art und weise zuhörer zu fesseln und das wissen vertändlich weiterzugeben. ganz ehrlich, mit eine der besten schulungen die ich besuchen durfte.
im anschluss daran gab es dann verkostungen der campari - group wodkas, um ihre unterschiede zu erkennen und die unterschiedlichen nouancen raus zu schmecken.
gegen ende war geplant dass mauro noch einigen drinks mit grand marnier zubereitet und ein essen sollte das ganze dann abrunden und ein guter begleiter auf dem heimweg sein. da ich aber die academy nach der wodka verkostung verlassen habe, kann man nur darüber spekulieren.
mein fazit dieser tage ist ganz einfach; eine super veranstaltung, mit sehr lustigen und netten kollegen aus ganz deutschland, der man unbedingt, sofern man die gelegenheit dazu bekommt, beiwohnen sollte. ich bedanke mich nochmals bei den veranstaltern, ( insbesondere bei mauro, betty und den rest der campari truppe) kollegen , und natürlich ganz besonders bei campari, die all dies überhaupt möglich gemacht haben.


20090323

Bols Trendscout.

Vielen vielen Dank.
für all die Glückwünsche zu meiner Reise.
Ich hab ehrlich gesagt nicht damit gerechnet. Die Einladung zur Teilnahme am Trendscout Wettbewerb erreichte mich in meinem Dänemark Urlaub im Februar (ja, ich bin ein Nerd, und hab den Laptop mitgenommen), und wochenlang schob ich mein schreiben vor mir her. Nicht sicher, ob ich überhaupt teilnehme, geschweige denn, wie ich es anfangen soll.
Kurz vor Abgabe hat es mich dann doch gepackt. Eine einmalige Chance dacht ich mir, und nachdem die Verantwortlichen des hervorragendsten Barmagazins der Republik, per Facebook und Twitter immer wieder daran erinnerten, kamen auch mir ein paar Ideen.
Da ich nicht genau weiss, was Bols vor hat, werd ich meine Idee dann erst veröffentlichen, wenn es nach Kopenhagen geht, und eh gebloggt wird.
Ach ja. fast vergessen. Ich hab das ganze also dann irgendwann geschrieben, es rutschte quasi durch die Tastatur, und gab das ganze ohne großes nachdenken an meinen email-ausgang.
Es dauerte dann ein paar Tage, und irgendwann entdeckte ich, das ich Anrufe in Abwesenheit hatte. Ne Berliner Nummer. Erst nicht sicher, wer das sein soll, fiel mir wieder ein, das sich ja Angelina melden wollte, wenn sie wieder im Land ist. Also rief ich zurück, und rechnete mit einer Einladung zum Essen oder ähnlichem.
Aber die Stimme am anderen Ende sprach vollkommen Akzentfrei (nichtmal berlinerisch oder so), und lud mich auch nicht zum Essen ein. Aber man teilte mir mit, das es statt dessen nach Kopenhagen geht, und ich eine Woche lang mit Chris Doig im Umami arbeiten darf.
Erstmal ziemlich perplex brauchte ich dann ein paar Sekunden, bis ich drauf kam, worum es geht. Das Grinsen wieder aus meinem Gesicht zu bekommen dauerte dann aber noch erheblich länger.
Ich hab vor einigen Jahren die "Brilliant Cocktail Videos" gefunden, und fand sie super. Aber hab mich ehrlich gesagt nicht sonderlich drum gekümmert, wer dieser Chris aus den Videos ist. Wurde mir erst jetzt wieder bewusst, als ich erfuhr, das ich dabei bin.
Mit meinem leichten Hang zu Dänemark (und zu Gammel Dansk), hab ich quasi meinen persönlichen Volltreffer gelandet, und freue mich riesig auf die Woche im hohen Norden.
Danke nochmal an alle, die sich mit mir freuen, und besonders an Cheffe, der mich mal wieder losschickt, um Ru(h)m und Ehre fürs Padres einzusammeln.

OFFTOPIC


Oder, wenn man etwas wieder findet, das man schon lang als verloren geglaubt hat.
Es geht hier nicht im gerührtes oder geschütteltes. Vielmehr darum, wie unglaublich etwas sein kann, von dem man dachte es sei für immer weg.
Wahrscheinlich kennen die meisten Menschen die neue Single. "Schau Schau" von Selig. Super Song, passt in die Zeit, macht Spaß. Ich weiss nicht wie viele von Euch die alten Dinge kennen, aber ich bin mit Ihnen groß geworden, und konnte es kaum glauben, als ich vor einigen Monaten von der Reunion erfuhr. Zu meinem Glück war auch der Vorverkauf der Clubtour schon gestartet, und ich war einer von wenigen hundert Gästen, die sich gestern abend Selig im Münchner Ampere ansehen durften.
War es so, das ich mit dem ersten Album meine ersten Schritte mit ehrlicher Musik gemacht habe, war das zweite für lange, lange Zeit die wohl meistgespielte Scheibe daheim. Das dritte nahm ich dann noch am Rande wahr, und als die Band sich vor knapp 10 Jahren auflöste, hatte auch ich mich schon neuen Musikern gewidmet. Dennoch schaffte es Selig über die Jahre immer wieder in meine Jukebox, und gehört wohl zu dem am regelmäßigsten gespielten Bands bei mir daheim.
Am Freitag kam das neue Album, bei itunes sogar mit einer Videodokumentation "von Selig bis Selig". Sagenhaft. Sowohl die neuen Songs, als auch die Doku, die nochmal ein paar tolle Jahre mit Selig in Erinnerung rief.
Und gestern dann das Konzert. Großartig. Vor nur knapp 300 Zuschauern wurde im restlos ausverkauftem Ampere gespielt. Nur ein paar neue Titel (ich schätze mal, das die anderen live noch nicht so "sitzen"), dafür alle großen Knaller von früher. Und man merkte den Jungs an, das sie wieder Spaß daran haben. Der Bassist konnte sein Grinsen den ganzen Abend nicht ablegen, Jan am Mikro bedankte sich nach jedem Song und hatte sichtlich Vergnügen am Spiel mit dem Publikum. Nachdem die Jungs dann drei mal zurück mussten auf die Bühne verabschiedeten sie sich mit "Wir sind wieder da". Und ich war Selig.
Sollte irgendwer da draussen die Chance haben, die Jungs live zu sehen, lasst es euch nicht entgehen.

Und wenn eine 10jährige Auszeit immer bedeuten würde, das es danach doppelt so gut weiter geht. Dann hätt ich jetzt gern ne Auszeit von Mojito und Caipirinha. :-)